Was genau ist Kadayif?

Kadayif – auch bekannt als Engelshaar – ist ein zentraler Bestandteil orientalischer Süßspeisen. Die hauchdünnen Teigfäden aus Wasser und Weizenmehl überzeugen durch ihre knusprige Textur und vielfältige Verwendung. Ob im berühmten Künefe mit geschmolzenem Käse oder in modernen Varianten mit Pistaziencreme und Schokolade: Kadayif ist ein wahres Highlight für Naschkatzen. Doch was steckt genau hinter dem Begriff? Wie unterscheidet es sich von Baklava? Und gibt es Alternativen, wenn Kadayif nicht erhältlich ist? Dieser Artikel liefert fundierte Antworten für Genießer und Hobbybäcker.

Was genau ist Kadayif?
Was genau ist Kadayif?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Kadayif besteht aus feinen Teigfäden aus Wasser und Mehl, bekannt als „Engelshaar“.

  • Verwendung: Besonders beliebt in orientalischen Süßspeisen wie Künefe.

  • Unterschied zu Baklava: Baklava besteht aus Filoteig, Kadayif aus Fäden – Textur und Geschmack unterscheiden sich.

  • Alternativen: Filoteigstreifen, Engelshaar-Pasta oder dünne Fadennudeln können bedingt Kadayif ersetzen.

  • Verfügbarkeit: Kadayif ist manchmal bei Netto erhältlich – regional unterschiedlich.

Was genau ist Kadayif?

Kadayif, oft als Engelshaar bezeichnet, sind hauchdünne Teigfäden, die hauptsächlich aus Weizenmehl und Wasser hergestellt werden. Diese feinen Fäden werden in der türkischen und griechischen Küche für verschiedene Süßspeisen verwendet. Ein bekanntes Dessert ist das türkische Künefe, bei dem Kadayif mit ungesalzenem Käse gefüllt, gebacken und anschließend mit Zuckersirup übergossen wird.

Die Herstellung von Kadayif erfordert Präzision: Ein dünnflüssiger Teig wird durch feine Düsen auf eine heiße Platte gespritzt, wodurch die charakteristischen Fäden entstehen. Nach dem Backen erhalten sie ihre knusprige Textur. In der modernen Küche findet Kadayif auch Verwendung in innovativen Kreationen wie der Dubai-Schokolade, bei der die Teigfäden mit Pistaziencreme und Schokolade kombiniert werden.

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Herkunft, Varianten & kulturelle Bedeutung von Kadayif

Kadayif hat eine lange Tradition in der orientalischen und mediterranen Küche, insbesondere in der Türkei, Griechenland und im Nahen Osten. Der Ursprung des Teigs lässt sich bis in die osmanische Zeit zurückverfolgen, wo Süßspeisen mit Kadayif traditionell zu Festtagen und religiösen Feiern gereicht wurden – besonders während des Ramadan. Je nach Region variieren sowohl die Füllungen als auch die Art der Zubereitung.

In der Türkei wird Kadayif gerne mit ungesalzenem Käse (meist Hatay-Käse) gefüllt und zu Künefe verarbeitet – einem warmen Dessert, das nach dem Backen mit duftendem Sirup übergossen wird. In Griechenland ist Kataifi beliebt – häufig gefüllt mit gehackten Walnüssen und Zimt und ebenfalls mit Sirup getränkt. Auch im Libanon und in Syrien findet man Varianten, die mit Pistazien oder Mandeln gefüllt sind.

Die Vielfalt der Zubereitungen zeigt, wie wandelbar Kadayif ist. Moderne Spitzenköche experimentieren heute mit Kadayif als knusprige Hülle für Eis, Pralinen oder herzhafte Häppchen. Die charakteristische Textur entsteht durch die spezielle Herstellungsweise: Der Teig wird durch Düsen auf eine heiße Platte gespritzt, was Geschick und das richtige Timing erfordert. Diese Technik ist nur schwer zu Hause nachzuahmen, weshalb Kadayif meist als fertiges Produkt gekauft wird.

Für Hobbybäcker lohnt sich der Blick in gut sortierte türkische Supermärkte oder Online-Shops. Auch wenn Alternativen wie Filoteigstreifen oder Engelshaar-Nudeln verwendet werden können, erreichen sie nicht die knusprig-fädige Konsistenz von echtem Kadayif. Seine einzigartige Textur macht es zur idealen Basis für kreative Desserts, die sowohl optisch als auch geschmacklich überzeugen. Wer Kadayif einmal probiert hat, erkennt schnell: Es ist mehr als nur Teig – es ist kulinarisches Kulturgut mit Geschichte, Vielfalt und modernem Potenzial.

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Ist Kadayif identisch mit Engelshaar?

Kadayif wird oft als Engelshaar bezeichnet. Beide Begriffe beschreiben die feinen Teigfäden, die in verschiedenen Süßspeisen Verwendung finden. In der türkischen Küche ist der Begriff „Kadayif“ geläufig, während im Deutschen oft von „Engelshaar“ gesprochen wird. Diese Bezeichnungen sind synonym und beziehen sich auf dasselbe Produkt. ​

Unterschiede zwischen Baklava und Kadayif im Detail

Baklava und Kadayif sind beides beliebte Süßspeisen, unterscheiden sich jedoch in ihrer Zubereitung und Textur. Baklava besteht aus mehreren Schichten dünnem Filoteig, gefüllt mit gehackten Nüssen und getränkt in Zuckersirup oder Honig. Kadayif hingegen verwendet feine Teigfäden, die entweder mit Nüssen oder Käse gefüllt und anschließend gebacken werden. Während Baklava eine blättrige Textur aufweist, ist Kadayif eher fadenförmig und knusprig. ​

Alternativen zu Kadayif: Welche Optionen gibt es?

Wenn Kadayif nicht verfügbar ist, können als Ersatz dünn geschnittene Filoteigstreifen dienen. Diese können ähnlich verarbeitet werden, um eine vergleichbare Textur zu erzielen. Allerdings ist das Ergebnis nicht identisch, da die spezifische Struktur von Kadayif schwer nachzuahmen ist. Einige Köche empfehlen auch die Verwendung von Engelshaar-Pasta oder sehr dünnen Fadennudeln als Alternative, wobei der Geschmack und die Textur variieren können. ​

Kadayif und Kataifi: Sind sie gleich oder unterschiedlich?

Kadayif und Kataifi beziehen sich auf dasselbe Produkt: feine Teigfäden, die in verschiedenen Süßspeisen verwendet werden.

DIY-Rezept: Künefe mit Kadayif – Schritt für Schritt

Zutaten (für 4 Portionen):

  • 300 g Kadayif-Teig (frisch oder tiefgekühlt, aufgetaut)

  • 150 g ungesalzener Käse (z. B. Mozzarella, Hatay-Käse oder Ersatz wie milden Hirtenkäse)

  • 100 g Butter (geschmolzen)

  • 150 g Zucker

  • 150 ml Wasser

  • 1 TL Zitronensaft

  • Optional: 1 TL Rosenwasser oder Orangenblütenwasser

  • Zum Garnieren: gemahlene Pistazien, frische Minze oder Sahne

Zubereitung:

1. Kadayif vorbereiten:
Den Kadayif-Teig mit den Händen gut auflockern und in kleine Stücke zupfen. Anschließend in einer großen Schüssel mit der geschmolzenen Butter vermengen, bis alle Fäden gleichmäßig überzogen sind.

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2. Käse vorbereiten:
Den ungesalzenen Käse in kleine Stücke schneiden oder grob reiben. Bei salzigen Käsesorten diese vorher wässern oder auswässern (ca. 1 Stunde in kaltem Wasser einlegen, regelmäßig Wasser wechseln).

3. Form auslegen:
Eine ofenfeste runde Form (ca. 20–24 cm Durchmesser) oder eine spezielle Künefe-Pfanne mit Butter einfetten. Die Hälfte des Kadayif-Teigs gleichmäßig am Boden verteilen und leicht andrücken.

4. Käse einfüllen:
Den vorbereiteten Käse gleichmäßig auf dem Boden verteilen, dabei etwa 1 cm Rand freilassen. Dann mit der restlichen Kadayif-Mischung bedecken und gut andrücken, sodass eine kompakte, geschlossene Oberfläche entsteht.

5. Backen:
Bei 180 °C (Ober-/Unterhitze) etwa 25–30 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun und knusprig ist.

6. Zuckersirup zubereiten:
Während das Künefe im Ofen ist, Zucker, Wasser und Zitronensaft in einem kleinen Topf aufkochen. Etwa 10 Minuten leicht köcheln lassen, bis ein dickflüssiger Sirup entsteht. Wer mag, gibt etwas Rosen- oder Orangenblütenwasser hinzu. Abkühlen lassen.

7. Sirup übergießen:
Das frisch gebackene Künefe aus dem Ofen nehmen und sofort mit dem abgekühlten Sirup gleichmäßig übergießen. Einige Minuten ziehen lassen, damit der Teig den Sirup aufsaugt.

8. Servieren:
In Stücke schneiden und warm servieren. Nach Belieben mit Pistazien bestreuen oder mit einem Klecks Kaymak, Sahne oder Vanilleeis genießen.

Tipps & Varianten:

  • Käseersatz: In Deutschland schwer erhältlicher Hatay-Käse kann gut durch Mozzarella oder milden Mozzarella-Feta-Mix ersetzt werden.

  • Knapper Vorrat an Kadayif? Kleine Mengen lassen sich durch dünne, gebutterte Filoteigstreifen ersetzen – das Ergebnis ist jedoch nicht ganz gleich.

  • Vegan: Für eine vegane Version pflanzliche Butter und Käsealternativen verwenden – und den Sirup ggf. mit Agavendicksaft süßen.

  • Modern serviert: Künefe in kleinen Tartelettförmchen oder Muffinformen als Dessert-Portionen anrichten – optisch ein Highlight!

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