Pfandänderungen 2025/2026: Das gilt wirklich
Die oft angekündigte große Pfandänderung 2025 hat es für Verbraucher in Deutschland so nicht gegeben. Supermärkte mussten ab 1. Januar 2025 weder für jede Getränkeart eine Mehrwegvariante anbieten noch alle fremden Mehrwegflaschen annehmen. Neu war 2025 vor allem eine Rezyklatquote für bestimmte PET-Einwegflaschen. Das Einwegpfand blieb bei 25 Cent.
Seit 2026 wird das Verpackungsrecht an die neue EU-Verpackungsverordnung angepasst. Für die Rückgabe im Supermarkt gilt aber weiterhin: Einweg und Mehrweg sind getrennte Systeme, und die Annahmepflicht richtet sich nach Verpackungsart, Material, Sortiment und Größe der Verkaufsstelle.
Pfandänderungen 2025 und 2026 im Überblick
| Zeitpunkt | Tatsächliche Änderung | Auswirkung beim Einkauf |
|---|---|---|
| 1. Januar 2024 | Pfandpflicht auch für viele Milch- und Milchmischgetränke in Einwegkunststoffflaschen | Meist 25 Cent auf entsprechend gekennzeichnete Flaschen |
| 3. Juli 2024 | Verschlüsse bestimmter Einweggetränkebehälter müssen fest mit der Verpackung verbunden bleiben | „Tethered Caps“; keine Änderung der Pfandhöhe |
| 1. Januar 2025 | PET-Einweggetränkeflaschen müssen grundsätzlich mindestens 25 Prozent Rezyklat enthalten | Materialvorgabe für Hersteller, keine neue Rückgaberegel |
| 2026 | Deutsches Recht wird an die EU-Verpackungsverordnung 2025/40 angepasst | Grundregeln zu 25-Cent-Pfand und Rückgabe bleiben erhalten |
| ab 2030 | Neue EU-Vorgaben, unter anderem Mehrwegangebotsziele für größere Händler | Nicht mit einer angeblichen Pflicht ab 2025 verwechseln |
Was 2025 nicht geändert wurde
Mehrere Meldungen vermischten geplante EU-Regeln, bestehende deutsche Pflichten und neue Materialquoten. Daraus entstand die Behauptung, große Supermärkte müssten seit Januar 2025 für Bier, Wasser, Saft und Milch jeweils eine Mehrwegalternative führen. Das war keine geltende allgemeine Verbraucherregel ab diesem Datum.
Auch die Aussage, Händler über 200 Quadratmetern müssten seit 2025 sämtliche Mehrwegflaschen unabhängig von Marke und Form zurücknehmen, ist falsch. Die 200-Quadratmeter-Grenze gehört zur Rücknahme pfandpflichtiger Einwegverpackungen. Mehrweg läuft über andere Rücknahmesysteme und wird typischerweise dort angenommen, wo entsprechende Flaschenarten und Poolgebinde verkauft werden.
Die echte Änderung 2025: mehr Recyclingkunststoff in PET-Flaschen
Seit 1. Januar 2025 gilt für PET-Einweggetränkeflaschen grundsätzlich ein Mindestrezyklatanteil von 25 Prozent. Rezyklat ist Kunststoff, der bereits verwendet und wiederaufbereitet wurde. Diese Vorgabe richtet sich in erster Linie an Hersteller und Inverkehrbringer.
Für Kunden änderte sich dadurch weder der Pfandbetrag noch der übliche Rückgabeablauf. Die Flasche bleibt eine Einwegverpackung: Nach Rückgabe wird sie nicht erneut befüllt, sondern verwertet. Der aktuelle Gesetzestext des Verpackungsrecht-Durchführungsgesetzes führt die Rezyklatquote und die Pfandpflicht in getrennten Vorschriften.
Wie hoch ist das Pfand 2026?
- Pfandpflichtiges Einweg: einheitlich mindestens 25 Cent je Verpackung.
- Mehrwegflaschen: häufig 8 oder 15 Cent, bei manchen Spezialflaschen mehr.
- Mehrwegkästen: zusätzliches Kastenpfand; Höhe hängt vom System ab.
Die Pfandhöhe allein verrät nicht sicher, ob eine Flasche Einweg oder Mehrweg ist. Einweg erkennen Sie meist am DPG-Zeichen und am Regalhinweis „EINWEG“. Mehrwegflaschen tragen oft ein Mehrweglogo oder Hinweise wie „Mehrweg“, doch nicht jedes System nutzt dasselbe Zeichen.
Das Bundesumweltministerium erklärt Einweg und Mehrweg: Einweg wird nach der Rücknahme recycelt, Mehrweg wird gereinigt und erneut befüllt. Ökologisch ist nicht nur das Material relevant; Transportwege, Umlaufzahl und Flaschengewicht spielen ebenfalls eine Rolle.
Welche Einwegflaschen muss ein Supermarkt annehmen?
Verkauft ein Händler pfandpflichtige Einwegverpackungen eines Materials, muss er grundsätzlich restentleerte Einwegverpackungen dieses Materials zurücknehmen. Marke, Form und ursprünglicher Kaufort sind bei größeren Verkaufsstellen nicht ausschlaggebend.
Beispiele:
- Ein Markt verkauft PET-Einwegflaschen und Dosen: Er muss entsprechende pfandpflichtige PET-Flaschen und Dosen anderer Marken annehmen.
- Ein Händler verkauft nur PET-Einwegflaschen, aber keine Dosen: Die Rücknahmepflicht kann sich auf Kunststoff beschränken.
- Eine Verkaufsstelle unter 200 Quadratmetern: Sie muss nur Marken und Materialien zurücknehmen, die sie selbst führt.
Die Rückgabe ist nicht an einen neuen Einkauf gebunden. Der Händler darf also nicht verlangen, dass Sie zuerst Ware kaufen. Der aktuelle Überblick der Verbraucherzentrale zum Einwegpfand erläutert diese Regeln und die Sonderstellung kleiner Verkaufsstellen.
Welche Mehrwegflaschen werden zurückgenommen?
Bei Mehrweg kommt es stärker auf Flaschentyp und verwendetes Poolsystem an. Ein Händler nimmt in der Regel die Mehrwegverpackungen zurück, die er selbst in Verkehr bringt oder die in Form und Art zu seinem Sortiment gehören. Eine exotische regionale Mehrwegflasche muss ein Discounter nicht allein deshalb akzeptieren, weil er andere Glas-Mehrwegflaschen verkauft.
Prüfen Sie Prägung, Flaschenform und Etikett. Getränkemärkte haben meist das breiteste Mehrwegsortiment. Bei Unsicherheit hilft ein kurzer Blick in das Regal: Wird dieselbe Flasche oder derselbe Kasten dort verkauft, ist die Annahme wahrscheinlich.
Darf der Automat beschädigte Dosen ablehnen?
Ein Automat kann eine zerdrückte Dose technisch abweisen. Das beendet die Rücknahmepflicht aber nicht automatisch. Sind Pfandkennzeichen und Strichcode noch erkennbar, soll das Personal die Verpackung manuell prüfen und gegebenenfalls annehmen. Die Verbraucherzentrale verweist auf ein Urteil des OLG Stuttgart, nach dem die Rücknahme deformierter Pfanddosen nicht pauschal verweigert werden darf.
Für einen reibungslosen Ablauf geben Sie Flaschen und Dosen restentleert, nicht zerdrückt und mit lesbarem Code zurück. Fehlen alle Identifikationsmerkmale, kann der Händler die Pfandpflicht kaum überprüfen.
Pfandbon: Auszahlung, Filiale und Gültigkeit
Ein Pfandbon wird normalerweise in der Filiale eingelöst, in der der Automat ihn ausgestellt hat. Eine andere Niederlassung derselben Kette kann technisch ein getrenntes Kassensystem haben. Lassen Sie den Bon deshalb nicht wochenlang im Portemonnaie verblassen.
Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale gilt für den Zahlungsanspruch grundsätzlich die regelmäßige Verjährungsfrist von drei Jahren ab Ende des Ausstellungsjahres. In der Praxis ist ein frischer, lesbarer Bon viel leichter einzulösen. Details stehen in unserem Ratgeber zur Gültigkeit von Pfandbons.
Was ändert sich künftig durch die EU-Verpackungsverordnung?
Die EU-Verordnung 2025/40 wurde Anfang 2025 veröffentlicht und gilt nach einer Übergangsphase. Sie setzt neue Ziele für Verpackungsvermeidung, Recyclingfähigkeit, Rezyklate und Mehrweg. Deutschland hat das nationale Recht 2026 angepasst.
Das Bundesumweltministerium nennt für 2030 eine Vorgabe, nach der größere Letztvertreiber grundsätzlich einen Anteil von zehn Prozent bestimmter Getränke in Mehrwegverpackungen anbieten sollen; Ausnahmen sind vorgesehen. Das ist eine zukünftige Regel und keine rückwirkende „Mehrwegpflicht 2025“.
Wenn der Händler die Rückgabe verweigert
- Prüfen Sie, ob es wirklich eine pfandpflichtige Einwegverpackung ist.
- Vergleichen Sie das Material mit dem Sortiment des Händlers.
- Bitten Sie bei Automatenablehnung um manuelle Prüfung.
- Sprechen Sie ruhig mit Filial- oder Marktleitung.
- Dokumentieren Sie Markt, Datum und Grund der Ablehnung.
- Bei fortgesetzter unberechtigter Verweigerung können Sie sich an die örtliche Abfallbehörde oder Verbraucherzentrale wenden.
Eine Mengenobergrenze nennt das Gesetz für übliche Haushaltsrückgaben nicht. Sehr große Mengen können Automaten und Betriebsablauf trotzdem überfordern. Unser Beitrag erklärt, was bei einem behaupteten Rückgabelimit für Pfandflaschen zu beachten ist.
Häufige Fragen zu Pfandänderungen
Gab es 2025 eine neue Mehrwegpflicht im Supermarkt?
Nein, nicht in der häufig behaupteten Form. Seit 2025 gilt vor allem eine Rezyklatquote für bestimmte PET-Einwegflaschen. Neue Mehrwegangebotsvorgaben folgen erst mit späteren EU-Fristen.
Wie hoch ist das Einwegpfand 2026?
Pfandpflichtige Einweggetränkeverpackungen kosten weiterhin mindestens 25 Cent Pfand pro Flasche oder Dose.
Muss ein Supermarkt fremde Einwegflaschen annehmen?
Ja, wenn er pfandpflichtige Einwegverpackungen desselben Materials verkauft. Bei Läden unter 200 Quadratmetern ist die Pflicht auf selbst geführte Marken und Materialien begrenzt.
Muss jeder Händler alle Mehrwegflaschen zurücknehmen?
Nein. Bei Mehrweg sind Flaschentyp, Form und das im Sortiment verwendete System relevant. Eine beliebige fremde Mehrwegflasche muss nicht von jedem Händler angenommen werden.
Gibt es Pfand auch ohne neuen Einkauf zurück?
Ja. Die Erstattung des Einwegpfands darf nicht davon abhängig gemacht werden, dass Sie im Markt neue Ware kaufen.
Was mache ich, wenn der Pfandautomat eine Dose ablehnt?
Bitten Sie das Personal um manuelle Prüfung. Auch eine deformierte Dose kann zurückzunehmen sein, wenn Pfandzeichen und Strichcode noch eine eindeutige Identifikation ermöglichen.